Gast auf Erden
Gast auf Erden
Ein kurzes Gastspiel ist das Leben,
ein Atemzug, ein Wimpernschlag.
Dazwischen hasten, plagen, streben,
gewonnen, verspielt, alles gewagt?
Voraus kennt niemand seinen Weg,
ob er nun holprig, steinig oder schön,
ein eisiger Wind bis in die Seele weht,
dem Schicksal kann man nicht entgehn.
Manch Reicher musste niemals kämpfen,
im Überdruss ist alles da.
Gelangweilt sitzt er in der Sänfte,
einsam das Herz, die Freunde rar.
Der Mehrzahl ist’s voraus bestimmt,
ein Lernprozess durch’s ganze Leben,
Fleiß, Ehrlichkeit und Mut gewinnt,
die gibt es noch, die danach streben!
Ein Reicher kann vor Armut weinen,
öde und leer schaut’s in ihm aus,
was man nicht sät, kann auch nicht keimen,
wer möchte da tauschen, Freiheit oder goldenes Haus.
Auf welcher Seite man auch ist,
das ewige Leben läßt sich nicht kaufen
ob arm, ob reich, das gewiss,
für jeden ist die Zeit mal abgelaufen.

